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Integrierter Brandschutz und Risikomanagement in Industrieclustern

Die Herausforderung

Die Herausforderung

2012 kam es in der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka zu einem Brand in der Tazreen-Kleiderfabrik, der mindestens 117 Todesopfer und mehr als 200 Verletzte forderte. Es war der bis dahin schwerste Brand in einer Textilfabrik in der Region.

Der Textilsektor ist mit einem Anteil von mehr als 10% am Bruttoinlandsprodukt einer der Hauptwirtschaftszweige des Landes. Bangladesch ist hinter China zweitgrößter Textilexporteur der Welt. Über 5.000 Textilfabriken beschäftigen mehr als vier Millionen Menschen und stellen damit indirekt die Lebensgrundlage für etwa 60 Millionen Menschen dar. In den Fabriken kommt es aber immer häufiger zu verheerenden Brandkatastrophen und Gebäudeeinstürzen.

Der vorbeugende Brandschutz in Textilunternehmen sowie die schnelle und effektive Bekämpfung von Brandherden stellt für die Feuerwehr in Bangladesch, aber auch für die Textilunternehmen selbst eine große Herausforderung dar. Angesichts des dichten Verkehrsaufkommens und der limitierten Verkehrsinfrastruktur kann eine schnelle und adäquate Reaktion der regulären Feuerwehreinheiten kaum sichergestellt werden.

Unser Ziel

Unser Ziel

In enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren und Textilunternehmern werden die Brandvorsorge und dezentrale Brandschutzeinheiten in Industrieclustern systematisch auf- und ausgebaut.

Die bangladeschische Feuerwehr wird befähigt, besonders exponierte oder gefährdete Industriecluster effizienter vor Bränden zu schützen. Gleichzeitig wird eine effektive Brandprävention und Sensibilisierung für Brandrisiken in den eingebundenen Textilunternehmen betrieben.

Unser Ansatz

Unser Ansatz

In Zusammenarbeit mit den öffentlichen und privatwirtschaftlichen Partnern in Bangladesch sowie der Bonner Berufsfeuerwehr entwickelt die GIKRM ein Konzept zum dezentralen Brandschutz in der Textilindustrie, um die Kapazitäten der Feuerwehr in Bangladesch im Umgang mit Brandgefahren zu stärken. Kern des Brandschutzansatzes bilden in Industriecluster integrierte, dezentrale Feuerwachen, die mit flexiblen Teams aus Berufsfeuerwehreinheiten, professionell ausgebildeten Brandschutzhelfern aus den Fabriken und mit geschulten Freiwilligen aus den umliegenden Gemeinden eine durchgehende Einsatzbereitschaft sicherstellen. Die dezentralen Einheiten haben die Aufgabe, das Risikobewusstsein zu stärken, in Fragen des vorbeugenden Brandschutzes das Fabrikmanagement zu beraten und die Schulung von Brandschutzhelfern und Freiwilligen durchzuführen.

Sollte es trotz aller präventiven Maßnahmen zu Schadenlagen kommen, wird für die dezentralen Feuerwachen ein spezifisches Feuerwehrfahrzeug konzipiert, dessen Prototyp in 2015 geliefert wurde. Mit diesem Fahrzeug sind die Einheiten in der Lage, schnell die Einsatzstelle zu erreichen und dort effektive Erstmaßnahmen, wie das Öffnen verschlossener Türen und Fenster, die Sicherung von Fluchtwegen, Bekämpfung von Entstehungsbränden und vor allem Rettung von Menschenleben durchzuführen. Damit ist sichergestellt, dass während der besonders kritischen Phase der ersten 10 bis 15 Minuten optimal auf eine Gefahrenlage reagiert und die Zeit bis zum Eintreffen der regulären Feuerwehreinheiten überbrückt wird. Der geplante Einsatzradius der dezentralen Brandschutzeinheiten ist entsprechend begrenzt und fokussiert auf Gebiete mit einer hohen Dichte an Fabriken.

In 2013 und 2014 fanden bereits Trainingsmaßnahmen und Delegationsreisen statt, um die Feuerwehr in Bangladesch mit dem Konzept kleiner dezentraler Einheiten sowie den damit verbundenen Aufgaben im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz vertraut zu machen.

Mit ihrem Angebot antwortet die GIKRM direkt auf die im bangladeschischen Kontext entstehenden Bedürfnisse. Die Maßnahmen sind mit der Leitung der Feuerwehr in Bangladesch abgestimmt und werden in deren mittelfristige Entwicklungsstrategie integriert werden.

Vorgehensweise

Vorgehensweise

Um potenzielle Kooperationsfelder mit bangladeschischen Partnern zu identifizieren, wurden bereits erste gemeinsame Treffen, Studienreisen und Veranstaltungen auf internationalen Messen zum Thema Brand- und Katastrophenschutz durchgeführt. Im Rahmen der Sondierungsmission der Bonner Feuerwehr fand eine Fachstudienreise von Vertretern der zuständigen deutschen Behörden und Mitgliedern der Feuerwehr nach Bangladesch statt.

Bei einem Besuch der bangladeschischen Delegation nach Deutschland wurden Industrieparks und Unternehmen besichtigt, die in der Brandvorsorge und im Brandschutz tätig sind. Die Teilnehmer konnten sich über moderne Maßnahmen des Brandschutzes und der Brandbekämpfung informieren und durch die Besichtigung verschiedener Feuerwehreinheiten, eines großen Einkaufszentrums und einer deutschen Textilfabrik, ein Bild von der Umsetzung solcher Maßnahmen in der Praxis machen. Außerdem nahmen die Delegationsteilnehmer an einer Schulung im GIZ Weiterbildungszentrum in Feldafing teil.

Lesen Sie hier weiter

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Link: Projektbeschreibung "Förderung von Sozial- und Umweltstandards in der Industrie"

Download: insight asia-pacific mit unserem Artikel „New Partnerships for Disaster Risk Management“

Download: Factsheet "Mini Fire Brigades" - Bangladesch

Unsere Partner

Unsere Partner

Der Lösungsansatz baut auf eine Public Private Partnership auf. Entsprechend kooperiert die GIKRM eng mit bangladeschischen Regierungsstellen und der Feuerwehr sowie lokalen Textilherstellern und den Industrieverbänden, um ein wirtschaftlich nachhaltiges Konzept zu erzielen. Auf deutscher Seite ist u.a. die Berufsfeuerwehr der Stadt Bonn in die fachliche Konzeption des Angebots eingebunden.

Besonders eng arbeitet die GIKRM auch mit dem GIZ Projektteam des Vorhabens zur Förderung von Umwelt und Sozialstandards in der Industrie (PSES) zusammen, welches im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Bangladesch durchgeführt wird.

Kontakt

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